Simone Andrée Marie-Louise Selves

(11. August 1915 – 23. März 2009), geb. Selves,
war während des Zweiten Weltkriegs Mitglied des französischen Widerstands und Ehefrau des Künstlers Jean Lurçat.

Sie wurde in Castelnau-Montratier in eine Lehrerfamilie hineingeboren (obwohl ihr Vater Chemiker war) und wurde selbst Lehrerin im Dorf Calvignac. 1937 begann sie ihre formale Hochschulausbildung in Toulouse, musste sie jedoch durch den Kriegsausbruch unterbrechen. Als am 11. November 1942 deutsche Panzer auf den Place du Capitole der Stadt einzogen, beschloss sie, sich der Résistance anzuschließen, und lernte dabei ihren über zwanzig Jahre älteren Ehemann kennen.

Ihre Rolle war die eines regionalen Verbindungsbeamten und sie war verantwortlich für die Sicherheit der Familien derer, die erschossen oder inhaftiert worden waren. Sie arbeitete unter Agnés Bidault beim COSOR (Comité des Œuvres Sociales de la Résistance) und begann, eine politische Einheit zu organisieren, die später zum Lot Departmental Council werden sollte.

Nach Kriegsende war Simone Selves an der Rückführung von Gefangenen beteiligt und reiste nach Deutschland, um bei dieser Arbeit zu helfen. Nach ihrer Rückkehr wurde sie zunächst dem Ministerium für Nationale Bildung und später dem Gesundheitsministerium zugeteilt, mit besonderer Verantwortung für junge blinde Menschen. Sie kam mit Lurçat zusammen und sie heirateten am 11. August 1956.

1960 beschloss sie, sich der Förderung des Werks ihres Ehemanns als Künstler zu widmen. In den 1980er Jahren war sie für die Gründung des Musée Jean Lurçat de Saint-Laurent les Tours und des Musée Jean Lurçat et de verantwortlich Zeitgenössischer Wandteppich. Sie sorgte dafür, dass Le Chant du Monde, eine von Lurçat kurz vor seinem Tod fertiggestellte Wandteppichserie, ab 1968 im Salle des Malades des Hôpital Saint Jean ausgestellt wurde. Als mehrere von Lurçats Wandteppichen durch einen Brand beschädigt wurden, traf seine Witwe die Entscheidung, welche von ihnen zerstört oder wiederhergestellt werden sollten und welche erhaltenswert waren.
Sie besuchte auch unser Museum in Eppelborn und unterstütze es mit Werken aus dem Nachlass von Jean Lurçat.

Sie starb im Alter von 93 Jahren in Paris. Aus ihrem Nachlass wurde 2010 die Fondation Jean et Simone Lurçat gegründet.

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