Jean Lurçat und die Tapisserie
Schon früh beschäftigte sich Jean Lurçat neben seiner Malerei mit dem Medium Teppich. So stickte seine erste Ehefrau Marthe bereits viele Werke für ihn.
In Aubusson entstand 1933 seine erste gewebte Tapisserie.
Fortan belebte er durch Begeisterung, Inspiration und Schaffensfreude die Teppichwirkerei.
Die Tapisserie ist vor allem eine architektonische Angelegenheit ... Sie ist ein Gegenstand, dem. Wesen nach Gewebe, dessen Aufgabe es ist, ein Stück Mauer eines Bauwerks zu bekleiden, dem zweifellos ohne diesen Schmuck ein - ich weiß nicht was-an Substanz, an Leidenschaft gefehlt hätte: an Anmut, um genau zu sein. Der Gesang übermittelt den Menschen solche Anmut. Alle Poesie ist in Wahrheit ein Gesang, und jeder Mensch, der ein Gedicht macht, singt es auch, und wenn er die richtige Stimme hat, werden die Zuhörer außer sich geraten, werden sie überzeugt sein. Denn zu überzeugen ist das Wichtigste; das Gedicht ist sichtbar gewordene Tat. Die Tapisserie ist Gesang. Sie singt, was unsere Blondinen verführt, was unsere Blondinen seit jeher verführt hat, das heißt, von dem sie annehmen (zu unserem. Unglück oder Glück), dass es stets auf sie bezogen sei: ( ... ) das, was für uns die Welt bedeutet und für sie (in ihrer· Hoffart) eine der vielen Facetten ihrer unbesiegten und unbesiegbaren Anmut.
Jean Lurçat

Jean Lurcat vor der Tapisserie «Der Hahn und die Sterne» ,Juli 1965
Die Reihe der von Jean Lurçat benützten Wollen setzt sich aus 44 Farbtönen zusammen, deren Chiffren und Initialen die folgenden sind:
Gelbe: 1- 6
Graue: 7-11
Ocker: 12-17
Rote: 30-34, 93, 94, R und RF
Grüne: 40-44
Blaue: 50-54
Holz (bois): 80-85
Schwarz (noir): N
Weiß (blanc): B